KfW-Effizienzhaus 70 und 55

Die optimalen Standards für Ihre Altbausanierung – mit bis zu 30% Tilgungszuschuss. Erfahren Sie, welche technischen Anforderungen gelten und wann sich die EE-Klasse lohnt.

Was ist ein KfW-Effizienzhaus?

Der Begriff „Effizienzhaus" ist ein Energiestandard für Wohngebäude, den die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eingeführt hat. Die Zahl beschreibt das Verhältnis zu einem virtuellen Referenzgebäude aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG): Ein Effizienzhaus 70 verbraucht nur 70% der Energie des Referenzgebäudes, ein Effizienzhaus 55 nur 55%.

Die zwei wichtigsten Bemessungskriterien sind der Primärenergiebedarf (gesamte Energie für Heizung, Warmwasser, Lüftung – inklusive Vorketten) und der Transmissionswärmeverlust (Wärme, die über die Gebäudehülle entweicht).

EH 70 vs. EH 55: Welcher Standard passt?

Effizienzhaus 55

55
% des Referenzgebäudes
  • Primärenergiemax. 55%
  • Transmissionsverlustmax. 70%
  • Tilgungszuschuss15%
  • Mit EE-Klasse20%
  • Max. Kredit120.000 €

Effizienzhaus 70 ist besonders für die energetische Sanierung von Altbauten geeignet. Die Anforderungen sind moderater als bei EH 55, sodass auch Gebäude mit baulichen Einschränkungen diesen Standard erreichen können.

Effizienzhaus 55 bietet eine gute Balance zwischen Energieeffizienz und Investitionskosten und zählt seit Jahren zu den beliebtesten Standards. Die höheren Anforderungen erfordern jedoch umfangreichere Dämmmaßnahmen.

Die EE-Klasse: Chancen und Konsequenzen

Die Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse) wird erreicht, wenn mindestens 65% der Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes aus erneuerbaren Energien stammen. Der Vorteil: +5 Prozentpunkte zusätzlicher Tilgungszuschuss und ein erhöhter Kreditrahmen von 150.000 € statt 120.000 €.

Wichtige Entscheidung: EE-Klasse vs. separate Heizungsförderung

Die Wahl der EE-Klasse hat weitreichende Konsequenzen für Ihre Förderstrategie:

Variante A: Effizienzhaus MIT EE-Klasse

  • • Heizungstausch ist Teil des KfW-Kredits
  • • Tilgungszuschuss steigt um 5 Prozentpunkte
  • • Kreditrahmen erhöht sich auf 150.000 €
  • Kein Zugang zur separaten KfW-Heizungsförderung (KfW 458)

Variante B: Effizienzhaus OHNE EE-Klasse + separate Heizung

  • • Gebäudehülle über KfW 261 fördern
  • • Heizung separat über KfW 458 beantragen
  • • Heizungsförderung: bis zu 70% Zuschuss
  • • Oft die wirtschaftlichere Variante!

Achtung: Wenn Sie die EE-Klasse wählen, muss die Heizungsanlage im Rahmen des Effizienzhaus-Kredits umgesetzt werden. Sie können dann nicht zusätzlich die Heizungsförderung der KfW 458 in Anspruch nehmen – diese Programme schließen sich gegenseitig aus!

Rechenbeispiel: EE-Klasse vs. separate Heizungsförderung

Posten Mit EE-Klasse Ohne EE + KfW 458
Sanierungskosten Hülle 100.000 € 100.000 €
Kosten Wärmepumpe 35.000 € 35.000 €
Tilgungszuschuss KfW 261 15% = 20.250 € 10% = 10.000 €
KfW 458 Heizungsförderung 50% = 17.500 €
Gesamtförderung 20.250 € 27.500 €

Beispielrechnung mit 50% Heizungsförderung (Basis 30% + Geschwindigkeits-Bonus 20%).

Zusätzliche Förder-Boni

Bonus Zusatz Voraussetzung
WPB-Bonus +10% Energieeffizienzklasse H oder Baujahr ≤1957 mit ≥75% unsanierten Außenwänden
SerSan-Bonus +15% Sanierung mit vorgefertigten Fassaden-/Dachelementen

Maximale Förderung: Mit EE-Klasse + WPB-Bonus + SerSan-Bonus erreichen Sie bis zu 45% Tilgungszuschuss. Bei 150.000 € Kredit sind das 67.500 € Förderung.

Wichtige Voraussetzungen

  • Mindestalter: Der Bauantrag muss mindestens 5 Jahre zurückliegen
  • Energieberater: Einbindung eines dena-zertifizierten Energie-Effizienz-Experten ist Pflicht
  • Antragszeitpunkt: Förderung muss vor Beginn der Sanierung beantragt werden
  • Baubegleitung: Bei KfW-Effizienzhaus verpflichtend